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Für Vermieter und Eigentümerschaften

Solaranlage Kosten Mehrfamilienhaus: Was Vermieter zahlen

Eine schlüsselfertige 25-kWp-Anlage kostet 2026 brutto rund CHF 50'000, netto nach der Pronovo-Einmalvergütung rund CHF 40'600. Anders als beim Einfamilienhaus wird der Strom nicht nur gespart, sondern über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch an die Mieterschaft verkauft, das verändert die ganze Rechnung.

Kurz beantwortet

Was kostet eine Solaranlage für ein Mehrfamilienhaus?

Eine schlüsselfertige 25-kWp-Anlage kostet 2026 brutto rund CHF 50'000. Die Pronovo-Einmalvergütung bringt rund CHF 9'400, die Netto-Investition liegt damit bei etwa CHF 40'600. Dazu kommen einmalig rund CHF 1'000 bis 2'000 für Sub-Zähler und die Einrichtung des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV). Als Vermieter verkaufen Sie den Solarstrom intern an Ihre Mieterschaft, meist zu rund 19 Rappen je Kilowattstunde, deutlich mehr als die Einspeisevergütung von rund 8.5 Rappen. Bei 60 Prozent Eigenverbrauch amortisiert sich die Anlage in rund 12 Jahren.

Kapitel 1

Was eine Solaranlage fürs Mehrfamilienhaus kostet

Der Preis pro Kilowattpeak sinkt mit der Anlagengrösse, weil sich Planung, Gerüst und Elektroarbeiten auf mehr installierte Leistung verteilen. Ein typisches Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen kommt auf rund 25 kWp.

Tabelle 1: Richtpreise schlüsselfertiger Anlagen nach Grösse, Stand 2026
AnlagengrösseRichtpreis pro kWp
15 kWpCHF 2'000 – 2'400 pro kWp
25 kWpCHF 1'800 – 2'200 pro kWp
25 kWp, Bruttoinvestition gesamtrund CHF 50'000
35 kWpCHF 1'600 – 2'000 pro kWp

Richtwerte für schlüsselfertige Anlagen an Mehrfamilienhäusern, Stand 2026. Die tatsächlichen Kosten hängen von Dachform, Statik, Zugänglichkeit und Netzanschluss ab und können im Einzelfall abweichen.

Bei 25 kWp ergibt sich damit eine Bruttoinvestition von rund CHF 50'000, schlüsselfertig inklusive Montage, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme. Je nach Dachform, Flachdach-Aufständerung und Zugänglichkeit kann der tatsächliche Betrag abweichen.

Die Pronovo-Einmalvergütung (KLEIV) senkt diese Summe. Bis 30 kWp gilt ein Grundbeitrag von rund CHF 400 plus rund CHF 360 pro kWp. Bei 25 kWp ergibt das eine Vergütung von rund CHF 9'400. Dazu kommen einmalig rund CHF 1'000 bis 2'000 für Sub-Zähler und die Einrichtung des Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch.

Kapitel 2

Was sich gegenüber dem Einfamilienhaus ändert

01

Grössere Anlage, tieferer Preis pro kWp

Grosse Dächer senken den Preis pro Kilowattpeak spürbar, weil sich Gerüst, Planung und Anfahrt auf mehr Leistung verteilen. Eine 25-kWp-Anlage kostet pro kWp rund einen Fünftel weniger als eine typische 8-kWp-Anlage am Einfamilienhaus.
02

Die Förderung ist gestaffelt

Die kleine Einmalvergütung (KLEIV) gilt bis 30 kWp mit rund CHF 360 pro kWp. Wer darüber plant, erhält für die zusätzliche Leistung nur noch rund CHF 300 pro kWp. Diese Schwelle lohnt sich bei der Anlagengrösse im Kopf zu behalten.
03

Der Strom wird verkauft, nicht nur gespart

Über einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) verkaufen Sie den Solarstrom intern an Ihre Mieterschaft, meist zu einem Preis zwischen Einspeisevergütung und ortsüblichem Bezugstarif. Das macht Sie zur Stromanbieterin im eigenen Haus, mit entsprechender Abrechnungspflicht.
04

Zusätzliche Einmalkosten für Messung und Organisation

Jede Wohnung braucht einen eigenen Sub-Zähler, dazu kommt ein Abrechnungssystem oder ein externer Dienstleister. Seit 2026 vereinfacht der virtuelle ZEV vieles, weil er auf den bestehenden Smart Metern des Netzbetreibers aufbaut statt auf eigener Verkabelung.
Kapitel 3

Woraus sich die Rechnung zusammensetzt

Die Bruttoinvestition von rund CHF 50'000 verteilt sich auf vier Blöcke. Zwei davon sind Material, zwei sind Arbeit und Planung.

Tabelle 2: Aufbau der Investition bei 25 kWp
PositionAnteil an der Investition
Module und Unterkonstruktionrund 42 Prozent
Wechselrichterrund 11 Prozent
Montage, Gerüst, Elektroarbeitenrund 33 Prozent
Planung, Netzanschluss, Inbetriebnahmerund 14 Prozent

Montage, Gerüst und Elektroarbeiten machen den grössten Einzelposten aus. Bei Flachdächern mit Aufständerung fällt dieser Anteil höher aus als bei einem einfachen Satteldach, dafür entfällt oft ein Teil der Gerüstkosten.

Ein Detail, das oft übersehen wird: Die Sub-Zähler für den ZEV gehören nicht zur eigentlichen Solaranlage und werden separat budgetiert. Bei sechs Wohnungen kommen dafür rund CHF 1'000 bis 2'000 dazu, unabhängig von der Anlagengrösse.

Kapitel 4

Drei Formen der Stromteilung im Vergleich

ZEV, virtueller ZEV und Lokale Elektrizitätsgemeinschaft lösen dasselbe Problem auf drei verschiedene Arten. Welche Form passt, hängt vom Gebäude und vom Umfeld ab.

Tabelle 3: ZEV, virtueller ZEV und LEG im Vergleich
ModellTechnischer AufwandReichweite
ZEV (klassisch)Gemeinsamer Netzanschluss, oft eigene VerkabelungEin Gebäude, ein Grundstück
Virtueller ZEVNutzt bestehende Smart Meter, kein Umbau nötigEin Gebäude, seit 2026 auch ohne gemeinsamen Anschluss
Lokale ElektrizitätsgemeinschaftSmart Meter genügen, zusätzliche AnmeldungGanzes Quartier, bis 40 % Rabatt auf Netznutzung

Für die meisten Mehrfamilienhäuser ist der virtuelle ZEV heute die pragmatischste Wahl: kein Umbau der Hausinstallation, weil er auf den Smart Metern des Netzbetreibers aufbaut. Die LEG lohnt sich vor allem dann, wenn ein einzelnes Gebäude die Solarfläche nicht ausreizt und Nachbargebäude einbezogen werden sollen.

Kapitel 5

Investition, Ertrag und Amortisation im Überblick

Zwei Zahlen bestimmt der Markt. Eine bestimmen Sie mit, durch die Organisation des ZEV und die Verbrauchsverteilung im Haus.

CHF 50'000Bruttoinvestition

Marktpreis für eine schlüsselfertige 25-kWp-Anlage, Stand 2026. Nach der Pronovo-Einmalvergütung von rund CHF 9'400 verbleiben netto rund CHF 40'600.

19 Rp.Interner ZEV-Tarif

Typischer Verkaufspreis an die Mieterschaft, zwischen Einspeisevergütung und ortsüblichem Bezugstarif. Marktnah, kaum verhandelbar.

rund 12 JahreAmortisation, Standard

Bei 60 Prozent Eigenverbrauch über den ZEV. Die einzige Zahl, die Sie mitbestimmen, durch gute Organisation der Verbrauchsverteilung im Haus.

Anders als beim Einfamilienhaus ist der Hebel hier nicht das eigene Verhalten, sondern die Organisation: Wie gut die Verbräuche der einzelnen Wohnungen über den Tag verteilt sind, wie zuverlässig abgerechnet wird und ob eine Warmwasser- oder Ladeinfrastruktur den Mittagsstrom mitnutzt. Eine saubere ZEV-Organisation macht hier oft mehr aus als die Anlagengrösse selbst.

Ihre Sonne. Ihr Strom. Ihre Zukunft.

Kapitel 6

Was eine Anlage mit ZEV bringt

Eine 25-kWp-Anlage produziert rund 23'750 kWh im Jahr. Ohne ZEV zählt nur der Eigenverbrauch der Allgemeinräume, mit ZEV der Verbrauch aller Wohnungen.

Tabelle 4: Jährlicher Nutzen einer 25-kWp-Anlage, ohne und mit ZEV
SzenarioEigenverbrauchErlös EigenverbrauchVergütung EinspeisungTotal pro Jahr
Ohne ZEV, nur Allgemeinstrom15 % (3'560 kWh)CHF 677CHF 1'711rund CHF 2'390
Mit ZEV60 % (14'250 kWh)CHF 2'708CHF 807rund CHF 3'510

Gerechnet mit einem internen ZEV-Tarif von 19 Rp./kWh und rund 8.5 Rp./kWh für die Einspeisevergütung, Richtwerte 2026.

Der interne ZEV-Tarif liegt bewusst zwischen Einspeisevergütung und ortsüblichem Bezugstarif. Er muss angemessen sein, darf die Mieterschaft aber nicht schlechter stellen als ein Wechsel zum Netzbetreiber, das schreibt die Gesetzgebung vor.

Der Unterschied zwischen 20 und 60 Prozent Eigenverbrauch entscheidet massgeblich über die Rendite. Viele einzelne Haushalte mit unterschiedlichen Tagesabläufen gleichen sich gegenseitig aus, deshalb erreichen Mehrfamilienhäuser oft höhere Eigenverbrauchsquoten als einzelne Einfamilienhaushalte.

Kapitel 7

Förderung und Steuerabzug

Drei Hebel senken die Netto-Investition, zwei davon sind bei einem Mehrfamilienhaus besonders relevant.

Einmalvergütung des Bundes

Bis 30 kWp gilt die kleine Einmalvergütung (KLEIV) über Pronovo: ein Grundbeitrag von rund CHF 400 plus rund CHF 360 pro kWp. Bei 25 kWp ergibt das rund CHF 9'400, ausbezahlt nach der Inbetriebnahme. Oberhalb von 30 kWp sinkt der Ansatz auf rund CHF 300 pro kWp.

Steuerabzug als Vermieter

Die Investitionskosten gelten als werterhaltende Massnahme und sind vollständig vom steuerbaren Einkommen abziehbar. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 bis 35 Prozent ergibt das bei 25 kWp eine reale Ersparnis von rund CHF 10'000 bis 14'000.

Rabatt über die Lokale Elektrizitätsgemeinschaft

Wer sich statt eines einfachen ZEV einer LEG anschliesst, profitiert von einem Rabatt auf das Netznutzungsentgelt von bis zu 40 Prozent auf den geteilten Solarstrom. Das ist keine direkte Förderung, wirkt sich aber ähnlich auf die Rechnung aus.

Wichtig: Die 30-kWp-Schwelle bei der Pronovo-Förderung lohnt sich bei der Planung im Kopf zu behalten. Eine Anlage knapp über 30 kWp erhält für den gesamten übersteigenden Teil nur noch CHF 300 statt CHF 360 pro kWp, das kann die Auslegung der Anlagengrösse beeinflussen.

Kapitel 8

Häufige Fragen zur Solaranlage am Mehrfamilienhaus

Wir rechnen mit Ihrer Liegenschaft

Anzahl Wohnungen, Dachfläche und das passende ZEV-Modell entscheiden über die konkrete Rechnung. Nennen Sie uns Adresse, Anzahl Parteien und Dachtyp, dann rechnen wir Anlagengrösse, Förderung und Amortisation für Ihr Gebäude durch, kostenlos und unverbindlich.

Ihr Ansprechpartner

Thomas von Arx, Berater Energielösungen bei Soltastic Basel

Thomas von Arx

Berater Energielösungen, Soltastic Basel GmbH

+41 61 511 88 02basel@soltastic.ch

Transparenzhinweis

Alle Angaben zu Investitionskosten, ZEV-Tarifen und Amortisation sind Richtwerte für schlüsselfertige Anlagen an Mehrfamilienhäusern in der Nordwestschweiz, Stand 2026, und ersetzen keine Planung am konkreten Objekt. Die Pronovo-Einmalvergütung richtet sich nach den aktuellen KLEIV-Ansätzen von Pronovo, der interne ZEV-Tarif nach den Verhältnissen vor Ort. Angaben zu Steuerabzug ohne Gewähr, verbindlich ist die Praxis der Steuerverwaltung. Verbindlich für Ihr Gebäude ist eine Berechnung am konkreten Objekt.