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Strompreise Aarau

Stromtarif Aarau 2026: Was Eniwa verrechnet und was das für Solar bedeutet

Aarau gehört zu den günstigeren Ecken der Schweiz. Genau deshalb liegt der interessante Hebel für eine Solaranlage nicht beim Strompreis, sondern bei der Vergütung, die Sie für eingespeisten Strom erhalten. Und die ist seit 2026 nicht mehr planbar.

Kurz beantwortet

Was kostet Strom 2026 in Aarau?

Aarau wird von Eniwa versorgt. In der Grundversorgung kostet die Kilowattstunde 2026 im Hochtarif 29.92 Rappen und im Niedertarif 23.87 Rappen, im Durchschnitt 27.17 Rappen, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Ein Durchschnittshaushalt nach ElCom-Profil H4 bezahlt CHF 1'223 im Jahr, zwölf Franken weniger als 2025. Die Differenz zwischen Hoch- und Niedertarif beträgt 6.05 Rappen. Für eingespeisten Solarstrom richtet sich die Vergütung seit 2026 nach dem vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis des Bundes, dazu kommen 2 Rappen für Herkunftsnachweise bei Anlagen unter 100 kWp.

Kapitel 1

Wer Aarau mit Strom versorgt

Zuständig ist Eniwa, hervorgegangen aus den Industriellen Betrieben Aarau. Hauptaktionärin ist die Stadt Aarau, weitere Aktionärinnen sind die versorgten Gemeinden. Neben Aarau selbst gehören unter anderem Buchs, Küttigen, Biberstein, Densbüren, Unterentfelden, Erlinsbach und Holziken zum Versorgungsgebiet, das bis in den Kanton Solothurn reicht.

Als Haushalt können Sie den Anbieter nicht wechseln. Der freie Strommarkt beginnt in der Schweiz erst bei 100'000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Was Sie beeinflussen können, ist die Uhrzeit Ihres Verbrauchs und die Menge Strom, die Sie überhaupt einkaufen.

Bemerkenswert ist, dass Eniwa an der Unterscheidung zwischen Hoch- und Niedertarif festhält. Die AEW Energie hat auf 2026 auf einen Einheitstarif umgestellt, ebenso die Regionalwerke Baden ein Jahr früher. In Aarau lohnt sich der Blick auf die Uhr also weiterhin, während er in Teilen des Kantons gerade bedeutungslos geworden ist.

Kapitel 2

Die Tarife 2026

Alle Werte inklusive Mehrwertsteuer, wie Eniwa sie kommuniziert. Der Durchschnitt ergibt sich aus dem üblichen Verbrauchsprofil eines Haushalts über beide Tarifzeiten.

Tabelle 1: Stromtarife Eniwa 2026, Grundversorgung, inkl. MwSt.
PositionWert
Hochtarif29.92 Rp./kWh
Niedertarif23.87 Rp./kWh
Durchschnitt27.17 Rp./kWh
Differenz Hoch zu Nieder6.05 Rp./kWh
Jahreskosten Haushalt H4CHF 1'223, minus CHF 12

Zwölf Franken weniger im Jahr. Das ist die Entlastung für einen Durchschnittshaushalt, und sie fällt bescheiden aus, weil Aarau schon vorher nicht teuer war. Zum Vergleich: Der schweizerische Medianhaushalt zahlt 2026 rund 27.7 Rappen ohne Mehrwertsteuer. Aarau liegt mit 27.17 Rappen inklusive Steuer spürbar darunter.

Zwischen Hoch- und Niedertarif liegen 6.05 Rappen. Bei 4'500 Kilowattstunden im Jahr sind das theoretisch bis zu 272 Franken, wenn sämtlicher Verbrauch in die günstige Zeit fällt. Realistisch bleibt ein Teil im Hochtarif, aber Wärmepumpe, Boiler, Waschmaschine und das Laden eines Elektroautos lassen sich fast immer verschieben.

Kapitel 3

Die Zahl, die Sie nicht planen können

Zwei der drei Zahlen stehen für ein Jahr fest. Die dritte wird viermal im Jahr neu bestimmt, und niemand kennt sie im Voraus.

29.92Rp.Bezug im Hochtarif

Fest für das ganze Jahr 2026. Was Sie hier einsparen, sparen Sie sicher.

23.87Rp.Bezug im Niedertarif

Ebenfalls fest. Der Abstand zum Hochtarif beträgt 6.05 Rappen je Kilowattstunde.

?Rp.Einspeisung, quartalsweise

Seit 2026 richtet sich die Vergütung nach dem vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis des Bundesamts für Energie. Dazu kommen 2 Rappen für Herkunftsnachweise bei Anlagen unter 100 kWp.

Bis 2025 vergütete Eniwa noch mit festen Sätzen, 15 Rappen im Hoch- und 10 Rappen im Niedertarif, im Schnitt 11.52 Rappen. Diese Planbarkeit ist weg. Wer heute eine Anlage rechnet und dabei eine feste Einspeisevergütung über zwanzig Jahre einsetzt, rechnet mit einer Zahl, die es nicht mehr gibt. Eniwa selbst formuliert die Konsequenz deutlich: Das neue Vergütungsmodell setzt auf die Erhöhung des Eigenverbrauchs.

Was Sie selbst verbrauchen, kennt keinen Marktpreis.

Kapitel 4

Was das für eine Solaranlage bedeutet

In einer Gemeinde mit hohem Strompreis rechnet sich eine Anlage fast von selbst. Aarau ist keine solche Gemeinde. Hier entscheidet, wie viel des eigenen Stroms im Haus bleibt.

01

Lasten in die Sonnenstunden legen

Boiler, Wärmepumpe, Geschirrspüler und Waschmaschine mittags laufen zu lassen, kostet nichts ausser einer Zeitschaltung. Das hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf etwa 50 Prozent und wirkt in Aarau doppelt, weil Eniwa über Mittag ein Niedertariffenster führt.
02

Grössere Verbraucher zuerst

Eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto verschiebt mehr als jede Optimierung am Haushaltsstrom. Wer beides plant, sollte die Anlagengrösse darauf auslegen und nicht auf den heutigen Verbrauch.
03

Speicher erst danach rechnen

Ein Batteriespeicher verdient die Differenz zwischen Bezug und Einspeisung. Solange diese Differenz jedes Quartal wandert, lässt sich der Speicher nicht auf den Rappen genau rechnen. Er bleibt trotzdem sinnvoll, aber die Begründung liegt eher bei Notstrom und Unabhängigkeit als bei einer exakten Amortisationszahl.

Daraus folgt eine Empfehlung, die dem üblichen Verkaufsgespräch widerspricht: Bauen Sie in Aarau die Anlage nicht so gross wie möglich, sondern so gross wie sinnvoll. Jede Kilowattstunde, die Sie ins Netz schicken, bringt einen Preis, den vier Mal im Jahr jemand anders festlegt. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist knapp 30 Rappen wert, wenn sie im Hochtarif anfällt.

Vorsicht bei Offerten, die mit einer festen Einspeisevergütung über zwanzig Jahre rechnen. Diese Zahl existiert seit 2026 nicht mehr. Wer sie trotzdem einsetzt, produziert eine Amortisationsrechnung, die auf Sand gebaut ist. Seriös ist eine Rechnung mit Bandbreite, und mit klarem Ausweis, wie viel vom Ertrag am Eigenverbrauch hängt.

Kapitel 5

Häufige Fragen zum Stromtarif in Aarau

Wer liefert in Aarau den Strom?

Eniwa, hervorgegangen aus den Industriellen Betrieben Aarau. Hauptaktionärin ist die Stadt Aarau. Zum Versorgungsgebiet gehören neben Aarau unter anderem Buchs, Küttigen, Biberstein, Densbüren, Unterentfelden, Erlinsbach und Holziken. Als Haushalt können Sie den Anbieter nicht wechseln.

Was kostet eine Kilowattstunde 2026 in Aarau?

Im Hochtarif 29.92 Rappen, im Niedertarif 23.87 Rappen, im Durchschnitt 27.17 Rappen, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Die Differenz zwischen den beiden Tarifzeiten beträgt 6.05 Rappen je Kilowattstunde.

Wie viel zahlt ein Haushalt pro Jahr?

Ein Durchschnittshaushalt nach dem ElCom-Verbrauchsprofil H4 bezahlt 2026 insgesamt CHF 1'223. Das sind zwölf Franken weniger als im Vorjahr. Der eigene Betrag hängt stark davon ab, wie viel des Verbrauchs in die Niedertarifzeit fällt.

Ist Strom in Aarau teuer?

Nein, eher im Gegenteil. Der schweizerische Medianhaushalt zahlt 2026 rund 27.7 Rappen je Kilowattstunde ohne Mehrwertsteuer. Aarau liegt mit 27.17 Rappen inklusive Steuer darunter. Das ist angenehm für die Stromrechnung und verlängert gleichzeitig die Amortisation einer Solaranlage.

Was vergütet Eniwa für eingespeisten Solarstrom?

Seit 2026 richtet sich die Vergütung nach dem vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis des Bundesamts für Energie und ist damit nicht mehr für ein ganzes Jahr fest. Zusätzlich vergütet Eniwa Herkunftsnachweise mit 2 Rappen je Kilowattstunde für Anlagen unter 100 kWp und 1 Rappen für grössere Anlagen. Bis 2025 galten feste Sätze von 15 und 10 Rappen, im Schnitt 11.52 Rappen.

Warum gibt es in Aarau noch Hoch- und Niedertarif?

Weil Eniwa daran festhält. Andere Versorger im Aargau sind auf einen Einheitstarif umgestiegen, die AEW Energie auf 2026 und die Regionalwerke Baden ein Jahr früher. In Aarau lohnt sich der Blick auf die Uhr also weiterhin.

Wie steigere ich den Eigenverbrauch?

Durch zeitliche Steuerung. Boiler, Wärmepumpe, Geschirrspüler und Waschmaschine mittags laufen zu lassen, hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf etwa 50 Prozent und kostet nichts ausser einer Zeitschaltung. Grössere Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto bewegen deutlich mehr als jede Feinjustierung beim Haushaltsstrom.

Wie gross sollte die Anlage in Aarau sein?

So gross wie sinnvoll, nicht so gross wie möglich. Da die Einspeisevergütung quartalsweise schwankt, ist Überschussstrom weniger wert als in Gemeinden mit fester Vergütung. Massgebend ist Ihr eigenes Verbrauchsprofil, idealerweise über zwölf Monate im Viertelstundenraster.

Wie viel bleibt bei Ihnen im Haus?

Schicken Sie uns Ihre Stromrechnung und ein Foto des Dachs. Wir rechnen Ihnen den realistischen Eigenverbrauch durch und zeigen mit Bandbreite, nicht mit Scheingenauigkeit, was eine Anlage in Aarau einbringt. Kostenlos und unverbindlich.

Ihr Ansprechpartner
Thomas von Arx, Berater Energielösungen bei Soltastic Basel

Thomas von Arx

Berater Energielösungen, Soltastic Basel GmbH

Transparenzhinweis

Tarifangaben stammen aus der Medienmitteilung von Eniwa zu den Strompreisen 2026 und verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer. Der Vergleichswert des schweizerischen Medianhaushalts stammt von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom und ist ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen, ein direkter Vergleich ist deshalb nur näherungsweise möglich. Angaben zur Einspeisevergütung geben den Stand der Publikation wieder, der Referenzmarktpreis wird vierteljährlich vom Bundesamt für Energie festgelegt. Die genauen Hoch- und Niedertarifzeiten publiziert Eniwa separat. Ertrags- und Eigenverbrauchswerte sind Richtwerte und ersetzen keine Planung am konkreten Objekt.