Stromtarif Aarau 2027: Das Netz kostet mehr als der Strom
25.36 Rappen ab Januar 2027, ein Minus von 6.7 Prozent und damit unter dem Schweizer Mittelwert. Bemerkenswert ist die Aufteilung: Die Energie kostet 9.68 Rappen, das Netz 10.88. In Aarau ist der Strom längst nicht mehr der teure Teil.
Was kostet Strom 2026 in Aarau?
Aarau wird von Eniwa versorgt. Für 2027 weist die ElCom für das Haushaltsprofil H4 einen Gesamtpreis von 25.36 Rappen je Kilowattstunde aus, gegenüber 27.17 Rappen im Jahr 2026. Das sind 1.81 Rappen oder 6.7 Prozent weniger, und Aarau liegt damit unter dem Schweizer Mittelwert von 26.5 Rappen. Eniwa selbst rechnet für einen Haushalt mit 4'500 Kilowattstunden mit rund 90 Franken oder 6.9 Prozent weniger, die Jahresrechnung sinkt von rund 1'300 auf 1'211 Franken inklusive Grundgebühren. Aufschlussreich ist die Aufteilung: Die Energie kostet nur noch 9.68 Rappen, die Netznutzung dagegen 10.88. Das Netz ist damit der teurere Block, und praktisch die ganze Entlastung stammt von dort. Neu ab 2027 beziehen alle Kundinnen und Kunden in der Grundversorgung das Produkt Eniwa Naturstrom Schweiz mit hundert Prozent erneuerbarem Strom aus der Schweiz. Für eingespeisten Solarstrom gilt weiterhin der vierteljährlich gemittelte Referenzmarktpreis des Bundes, dazu 2 Rappen für Herkunftsnachweise bei Anlagen unter 100 kWp.
Wer Aarau mit Strom versorgt
Zuständig ist Eniwa, hervorgegangen aus den Industriellen Betrieben Aarau. Hauptaktionärin ist die Stadt Aarau, weitere Aktionärinnen sind die versorgten Gemeinden. Neben Aarau selbst gehören unter anderem Buchs, Küttigen, Biberstein, Densbüren, Unterentfelden, Erlinsbach und Holziken zum Versorgungsgebiet, das bis in den Kanton Solothurn reicht.
Als Haushalt können Sie den Anbieter nicht wechseln. Der freie Strommarkt beginnt in der Schweiz erst bei 100'000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Was Sie beeinflussen können, ist die Uhrzeit Ihres Verbrauchs und die Menge Strom, die Sie überhaupt einkaufen.
Bemerkenswert ist, dass Eniwa an der Unterscheidung zwischen Hoch- und Niedertarif festhält. Die AEW Energie hat auf 2026 auf einen Einheitstarif umgestellt, ebenso die Regionalwerke Baden ein Jahr früher. In Aarau lohnt sich der Blick auf die Uhr also weiterhin, während er in Teilen des Kantons gerade bedeutungslos geworden ist. Ein zweiter Unterschied zeigt sich 2027 im Kanton: Während Eniwa um 6.9 Prozent senkt, erhöht die AEW Energie um rund sieben Prozent oder 88 Franken, weil dort die Netznutzungskosten steigen. Zwei Aargauer Versorger, dieselbe Tarifrunde, entgegengesetzte Richtung.
Die Tarife 2026 und 2027
Alle Werte inklusive Mehrwertsteuer, wie Eniwa sie kommuniziert. Der Durchschnitt ergibt sich aus dem üblichen Verbrauchsprofil eines Haushalts über beide Tarifzeiten.
| Position | Wert |
|---|---|
| Hochtarif 2026 | 29.92 Rp./kWh |
| Niedertarif 2026 | 23.87 Rp./kWh |
| Gesamtpreis H4 2026 | 27.17 Rp./kWh |
| Gesamtpreis H4 2027 | 25.36 Rp./kWh, minus 6.7 Prozent |
| davon Netznutzung 2027 | 10.88 Rp./kWh, 2026 noch 12.59 |
| davon Energie 2027 | 9.68 Rp./kWh, 2026 noch 9.78 |
| Energiepreis Hoch- und Niedertarif 2027 | 10.80 und 9.00 Rp./kWh |
| Jahreskosten Haushalt H4 2027 | CHF 1'211, minus CHF 90 |
Rund 90 Franken weniger im Jahr, das sind 6.9 Prozent. Gegenüber dem Höchststand von 2024 sind es laut Eniwa sogar 353 Franken oder 23 Prozent. Zwei Zahlen erklären sich dabei nicht von selbst: Eniwa rechnet mit Jahreskosten inklusive Grundgebühren, die ElCom rein mit dem Preis je Kilowattstunde mal Verbrauch. Beide kommen auf knapp sieben Prozent Entlastung, was die Zahlen gegenseitig bestätigt. Mit 25.36 Rappen liegt Aarau 2027 unter dem Schweizer Mittelwert von 26.5 Rappen und damit tiefer als jede andere Gemeinde, zu der wir eine eigene Tarifseite führen.
Woher die Entlastung kommt, ist der eigentlich interessante Teil. Die Energie sinkt kaum: Eniwa senkt den Energiepreis im Hochtarif von 10.90 auf 10.80 Rappen und im Niedertarif von 9.10 auf 9.00, also um je zehn Rappen pro hundert Kilowattstunden. Die Netznutzung dagegen fällt im ElCom-Profil H4 von 12.59 auf 10.88 Rappen. Eniwa begründet das mit leicht sinkenden Netzkosten in Kombination mit rückläufigem Netzabsatz, was zu rund drei Prozent tieferen Netznutzungstarifen führe. Dass im Referenzprofil ein deutlich grösserer Rückgang sichtbar wird, liegt am zweiten Faktor, den Eniwa selbst nennt: dem Abbau von Überdeckungen aus den Vorjahren. Einnahmen, die über den anrechenbaren Kosten lagen, fliessen 2027 an die Kundschaft zurück. Dieser Effekt ist einmalig und wiederholt sich nicht automatisch.
Die Tarifzeiten gelten ganzjährig, auch an Feiertagen: Werktags von 7 bis 12 Uhr und von 17 bis 22 Uhr gilt der Hochtarif, in allen übrigen Stunden und an Wochenenden der Niedertarif. Für Solaranlagen steckt darin eine Feinheit, die kaum jemand kennt. Am Vormittag zwischen 7 und 12 Uhr fallen Produktion und Hochtarif zusammen: Jede Kilowattstunde, die Sie dann selbst nutzen, spart die vollen 29.92 Rappen. Ab 12 Uhr sind es nur noch 23.87 Rappen, obwohl die Anlage dann am meisten liefert. Wer die Wahl hat, lässt Boiler, Waschmaschine und Wärmepumpe in Aarau deshalb eher am Vormittag laufen als über Mittag.
Die Zahl, die Sie nicht planen können
Zwei der drei Zahlen stehen für ein Jahr fest. Die dritte wird viermal im Jahr neu bestimmt, und niemand kennt sie im Voraus.
So viel kostet der Strom selbst noch, je Kilowattstunde. Eniwa senkt ihn 2027 um lediglich 0.10 Rappen. Er ist damit der kleinste der drei grossen Blöcke auf Ihrer Rechnung.
So viel kostet der Transport, nach 12.59 Rappen im Jahr 2026. Das Netz kostet in Aarau mehr als der Strom, und praktisch die ganze Entlastung 2027 stammt von hier.
Seit 2026 richtet sich die Vergütung nach dem vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis des Bundesamts für Energie: 10.27 Rappen im ersten Quartal 2026, 3.90 im zweiten. Dazu kommen 2 Rappen für Herkunftsnachweise bei Anlagen unter 100 kWp.
Bis 2025 vergütete Eniwa noch mit festen Sätzen, 15 Rappen im Hoch- und 10 Rappen im Niedertarif, im Schnitt 11.52 Rappen. Diese Planbarkeit ist weg. Wer heute eine Anlage rechnet und dabei eine feste Einspeisevergütung über zwanzig Jahre einsetzt, rechnet mit einer Zahl, die es nicht mehr gibt. Dazu kommt eine Aarauer Besonderheit: Weil die Energie nur noch 9.68 Rappen kostet, liegt die Einspeisevergütung in guten Quartalen nahe beim Energiepreis, den Sie selbst bezahlen. Der Unterschied entsteht erst durch Netznutzung, Messung und Abgaben, und die sparen Sie nur beim Eigenverbrauch. Eniwa selbst formuliert die Konsequenz deutlich: Das neue Vergütungsmodell setzt auf die Erhöhung des Eigenverbrauchs.
Was Sie selbst verbrauchen, kennt keinen Marktpreis.
Was das für eine Solaranlage bedeutet
In einer Gemeinde mit hohem Strompreis rechnet sich eine Anlage fast von selbst. Aarau ist keine solche Gemeinde, und 2027 noch weniger als vorher. Mit 25.36 Rappen liegt der Tarif unter dem Schweizer Mittelwert. Hier entscheidet deshalb allein, wie viel des eigenen Stroms im Haus bleibt.
Lasten in die Sonnenstunden legen
Grössere Verbraucher zuerst
Speicher erst danach rechnen
Daraus folgt eine Empfehlung, die dem üblichen Verkaufsgespräch widerspricht: Bauen Sie in Aarau die Anlage nicht so gross wie möglich, sondern so gross wie sinnvoll. Jede Kilowattstunde, die Sie ins Netz schicken, bringt einen Preis, den vier Mal im Jahr jemand anders festlegt. Jede Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist im Hochtarif knapp 30 Rappen wert. Und seien Sie skeptisch, wenn jemand mit steigenden Strompreisen argumentiert: In Aarau sind sie 2027 um 6.7 Prozent gefallen, und gegenüber 2024 laut Eniwa um 23 Prozent.
Vorsicht bei Offerten, die mit einer festen Einspeisevergütung über zwanzig Jahre rechnen. Diese Zahl existiert seit 2026 nicht mehr. Wer sie trotzdem einsetzt, produziert eine Amortisationsrechnung, die auf Sand gebaut ist. Seriös ist eine Rechnung mit Bandbreite, und mit klarem Ausweis, wie viel vom Ertrag am Eigenverbrauch hängt.
Häufige Fragen zum Stromtarif in Aarau
Wer liefert in Aarau den Strom?
Eniwa, hervorgegangen aus den Industriellen Betrieben Aarau. Hauptaktionärin ist die Stadt Aarau. Zum Versorgungsgebiet gehören neben Aarau unter anderem Buchs, Küttigen, Biberstein, Densbüren, Unterentfelden, Erlinsbach und Holziken. Als Haushalt können Sie den Anbieter nicht wechseln.
Was kostet eine Kilowattstunde in Aarau 2027?
25.36 Rappen als Gesamtpreis für das Haushaltsprofil H4 laut ElCom, gegenüber 27.17 Rappen im Jahr 2026. Das sind 6.7 Prozent weniger, und Aarau liegt damit unter dem Schweizer Mittelwert von 26.5 Rappen. Bemerkenswert ist die Aufteilung: Die Energie kostet nur noch 9.68 Rappen, die Netznutzung 10.88. Das Netz ist in Aarau der teurere Block.
Warum sinkt der Strompreis in Aarau 2027?
Fast ausschliesslich wegen des Netzes. Eniwa senkt den Energiepreis nur um 0.10 Rappen, im Hochtarif von 10.90 auf 10.80 und im Niedertarif von 9.10 auf 9.00. Die Netznutzung dagegen fällt im ElCom-Profil H4 von 12.59 auf 10.88 Rappen. Eniwa nennt zwei Gründe: leicht sinkende Netzkosten bei rückläufigem Netzabsatz, was zu rund drei Prozent tieferen Netznutzungstarifen führe, und den Abbau von Überdeckungen aus den Vorjahren. Der zweite Effekt ist einmalig.
Was ist Eniwa Naturstrom Schweiz?
Das neue Standardprodukt in der Grundversorgung. Ab 2027 beziehen alle grundversorgten Kundinnen und Kunden von Eniwa hundert Prozent erneuerbaren Strom aus der Schweiz, ohne dass sie etwas tun oder wählen müssen. Bisher war das ein Wahlprodukt.
Wie viel zahlt ein Haushalt pro Jahr?
Eniwa rechnet für einen Haushalt mit 4'500 Kilowattstunden mit rund 1'211 Franken im Jahr 2027, gegenüber rund 1'300 Franken im Vorjahr. Das sind 90 Franken oder 6.9 Prozent weniger. Gegenüber dem Höchststand von 2024 entspricht das laut Eniwa einer Entlastung von 353 Franken oder 23 Prozent. Der eigene Betrag hängt stark davon ab, wie viel des Verbrauchs in die Niedertarifzeit fällt.
Ist Strom in Aarau teuer?
Nein, im Gegenteil. Mit 25.36 Rappen liegt Aarau 2027 unter dem Schweizer Mittelwert von 26.5 Rappen und tiefer als jede andere Gemeinde, zu der wir eine eigene Tarifseite führen. Zum Vergleich: Kestenholz kommt auf 45.88 Rappen. Das ist angenehm für die Stromrechnung und verlängert gleichzeitig die Amortisation einer Solaranlage. Bemerkenswert ist der kantonale Kontrast: Während Eniwa um 6.9 Prozent senkt, erhöht die AEW Energie 2027 um rund sieben Prozent.
Was vergütet Eniwa für eingespeisten Solarstrom?
Seit 2026 richtet sich die Vergütung nach dem vierteljährlich gemittelten Referenzmarktpreis des Bundesamts für Energie und ist damit nicht mehr für ein ganzes Jahr fest. Zusätzlich vergütet Eniwa Herkunftsnachweise mit 2 Rappen je Kilowattstunde für Anlagen unter 100 kWp und 1 Rappen für grössere Anlagen. Bis 2025 galten feste Sätze von 15 und 10 Rappen, im Schnitt 11.52 Rappen.
Warum gibt es in Aarau noch Hoch- und Niedertarif?
Weil Eniwa daran festhält. Andere Versorger im Aargau sind auf einen Einheitstarif umgestiegen, die AEW Energie auf 2026 und die Regionalwerke Baden ein Jahr früher. In Aarau lohnt sich der Blick auf die Uhr also weiterhin.
Wie steigere ich den Eigenverbrauch?
Durch zeitliche Steuerung. Boiler, Wärmepumpe, Geschirrspüler und Waschmaschine mittags laufen zu lassen, hebt den Eigenverbrauch von rund 30 auf etwa 50 Prozent und kostet nichts ausser einer Zeitschaltung. Grössere Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto bewegen deutlich mehr als jede Feinjustierung beim Haushaltsstrom.
Wie gross sollte die Anlage in Aarau sein?
So gross wie sinnvoll, nicht so gross wie möglich. Da die Einspeisevergütung quartalsweise schwankt, ist Überschussstrom weniger wert als in Gemeinden mit fester Vergütung. Massgebend ist Ihr eigenes Verbrauchsprofil, idealerweise über zwölf Monate im Viertelstundenraster.
Wie viel bleibt bei Ihnen im Haus?
Schicken Sie uns Ihre Stromrechnung und ein Foto des Dachs. Wir rechnen Ihnen den realistischen Eigenverbrauch durch und zeigen mit Bandbreite, nicht mit Scheingenauigkeit, was eine Anlage in Aarau einbringt. Kostenlos und unverbindlich.
Thomas von Arx
Berater Energielösungen, Soltastic Basel GmbH
Aktualisiert am 12. September 2026. Wir sind ein Solarbetrieb und verdienen an gebauten Anlagen. Ein sinkender Strompreis schwächt unser Verkaufsargument, und wir sagen das auf dieser Seite auch so. Die Gesamtpreise und die Preisbestandteile für 2026 und 2027 stammen aus der Erhebung der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom, Verbrauchskategorie H4, abgerufen am 12. September 2026. Die Jahreskosten von rund CHF 1'211, die Energiepreise im Hoch- und Niedertarif, die Begründung zu Netzkosten und Überdeckungen sowie die Angabe zum neuen Standardprodukt stammen aus der Medienmitteilung von Eniwa vom 28. August 2026. Eniwa rechnet Jahreskosten inklusive Grundgebühren, die ElCom rein über den Preis je Kilowattstunde; die beiden Beträge sind deshalb nicht direkt vergleichbar, die prozentuale Veränderung schon. Der Schweizer Mittelwert von 26.5 Rappen für 2027 stammt aus der ElCom-Publikation vom 8. September 2026. Die Hoch- und Niedertarifwerte für 2026 stammen aus der Eniwa-Mitteilung zu den Strompreisen 2026; die entsprechenden Gesamtwerte für 2027 hat Eniwa bei Redaktionsschluss nicht in dieser Form publiziert. Angaben zur Einspeisevergütung geben den Stand der Publikation wieder, der Referenzmarktpreis wird vierteljährlich vom Bundesamt für Energie festgelegt. Ertrags- und Eigenverbrauchswerte sind Richtwerte und ersetzen keine Planung am konkreten Objekt.