Elektroauto zu Hause laden: Was es in Basel wirklich kostet
Dieselbe Kilowattstunde kostet in Basel zwischen 14 und 39.50 Rappen. Welcher Wert auf Ihrer Rechnung landet, entscheidet nicht die Wallbox, sondern die Uhrzeit und der Tarif.
Stand: August 2026Ein Ratgeber von Soltastic Basel GmbH
Kurz beantwortet
Wie lässt sich ein Elektroauto zu Hause am günstigsten aufladen?
Am günstigsten lädt, wer eigenen Solarüberschuss nutzt. In Basel kostet diese Kilowattstunde rechnerisch 14.0 Rappen, weil so viel die Einspeisung eingebracht hätte. An zweiter Stelle steht der Spartarif von IWB mit 29.29 Rp./kWh, gültig werktags von 20 bis 6 Uhr und am Wochenende. Der Einfachtarif liegt bei 37.91, der Normaltarif des Doppeltarifs bei 39.50 Rappen. Bei 15'000 Kilometern im Jahr trennen den günstigsten und den teuersten Weg rund 750 Franken. Der Wechsel auf den Doppeltarif lohnt sich bereits, wenn mehr als etwa 16 Prozent des Hausverbrauchs in die Sparzeit fallen.
Kapitel 1
Vier Wege, dieselbe Kilowattstunde
Gerechnet für 15'000 Kilometer im Jahr und einen Verbrauch von 18 kWh je 100 Kilometer. Das ergibt 2'700 kWh im Akku und rund 2'970 kWh ab Netz, weil beim Laden etwa zehn Prozent verloren gehen.
Tabelle 1: Jahreskosten fürs Laden in Basel, 2'970 kWh ab Netz
Ladeweg
Preis je kWh
Kosten pro Jahr
Eigener Solarüberschuss
14.00 Rp.
rund CHF 416
Spartarif, nachts und am Wochenende
29.29 Rp.
rund CHF 870
Einfachtarif, rund um die Uhr gleich
37.91 Rp.
rund CHF 1'126
Normaltarif, werktags tagsüber
39.50 Rp.
rund CHF 1'173
Zwischen der teuersten und der günstigsten Zeile liegen rund 750 Franken pro Jahr, und zwar ohne dass Sie anders fahren oder ein anderes Auto kaufen. Sie laden nur zu einer anderen Stunde und auf einem anderen Tarif.
Die 14.0 Rappen beim Solarüberschuss sind keine Rechnung, die jemand stellt. Es ist der Betrag, den Sie verlieren, weil Sie diesen Strom nicht einspeisen. Solche Opportunitätskosten sind der ehrliche Vergleichswert, auch wenn sich das Laden gefühlt gratis anfühlt.
Kapitel 2
Die 16-Prozent-Regel beim Tarifwechsel
Der Wechsel vom Einfach- auf den Doppeltarif ist kein Gratismittagessen. Der Spartarif liegt zwar 8.62 Rappen unter dem Einfachtarif, dafür liegt der Normaltarif 1.59 Rappen darüber. Alles, was Sie werktags zwischen 6 und 20 Uhr verbrauchen, wird also teurer.
Stellt man beide Effekte gegeneinander, ergibt sich eine erstaunlich niedrige Schwelle. Der Doppeltarif rechnet sich, sobald mehr als rund 16 Prozent Ihres Jahresverbrauchs in die Sparzeit fallen. Ein Haushalt ohne Elektroauto liegt allein mit Abendessen, Waschmaschine und Wochenende meist schon darüber. Mit einem Elektroauto, das nachts lädt, ist die Frage entschieden.
Tabelle 2: Haushalt mit 4'500 kWh plus Elektroauto mit 2'970 kWh
Tarifmodell
Kosten pro Jahr
Einfachtarif, 7'470 kWh zu 37.91 Rp.
rund CHF 2'831
Doppeltarif, Auto nachts, Haushalt zu 40 % in der Sparzeit
rund CHF 2'464
Unterschied pro Jahr
rund CHF 367
Wichtig ist die Uhrzeit, nicht das Gefühl. Der Spartarif gilt werktags von 20 bis 6 Uhr sowie ganztägig an Samstagen und Sonntagen. Wer um 18 Uhr nach Hause kommt und sofort einsteckt, lädt zwei Stunden lang zum teuren Tarif. Jede Wallbox mit Zeitsteuerung löst das mit einer einzigen Einstellung.
Kapitel 3
Dieselbe Kilowattstunde, drei Preise
Das Auto merkt keinen Unterschied. Ihre Rechnung schon. Zwischen der ersten und der dritten Zahl liegt der Faktor 2.8.
14.00Rp.Solarüberschuss, mittags
Der Wert, den die Einspeisung gebracht hätte. Setzt eine eigene Anlage und ein Auto voraus, das tagsüber zu Hause steht.
29.29Rp.Spartarif, 20 bis 6 Uhr
Braucht nur den Doppeltarif und eine Zeitsteuerung an der Wallbox. Kein Umbau, keine Investition, eine Einstellung.
39.50Rp.Normaltarif, werktags tagsüber
Der Preis für Bequemlichkeit. Wer nach Feierabend einsteckt und nichts einstellt, landet hier.
Die mittlere Zahl ist die interessanteste. Sie kostet nichts ausser einer Tarifumstellung und fünf Minuten in der App der Wallbox. Der Weg zu den 14 Rappen führt dagegen über eine Solaranlage, und die will unabhängig vom Auto gerechnet sein.
Nicht die Wallbox entscheidet. Die Uhrzeit entscheidet.
Kapitel 4
Mit Solarüberschuss laden
Überschussladen bedeutet, dass die Wallbox nur so viel Leistung zieht, wie die Solaranlage gerade übrig hat. Zieht eine Wolke auf, drosselt sie. Das braucht drei Dinge, die zusammenspielen müssen.
01
Ein Zähler, der den Überschuss kennt
Ein Messpunkt am Hausanschluss meldet im Sekundentakt, wie viel Strom gerade ins Netz fliesst. Ohne diese Messung rät die Wallbox, und Raten bedeutet entweder Netzbezug zum Volltarif oder verschenkter Überschuss.
02
Eine Wallbox, die stufenlos regelt
Sie muss zwischen etwa 1.4 und 11 Kilowatt herunterfahren können und idealerweise von drei auf eine Phase wechseln. Ohne Phasenumschaltung startet das Laden erst ab rund 4.2 Kilowatt Überschuss, und viele Nachmittage im Winter erreichen das nie.
03
Eine Steuerung, die entscheidet
Das Energiemanagement legt die Rangfolge fest: zuerst der Haushalt, dann Boiler und Wärmepumpe, dann das Auto, dann der Speicher. Diese Reihenfolge gehört vor der Installation besprochen, nicht danach.
Der Haken liegt im Alltag, nicht in der Technik. Überschussladen funktioniert nur, wenn das Auto tagsüber zu Hause steht. Wer pünktlich um sieben zur Arbeit fährt und um sechs zurückkommt, lädt in der dunklen Hälfte des Tages. Für Pendler ist deshalb der Spartarif der realistischere Hebel, und die Solaranlage verdient ihr Geld tagsüber mit dem übrigen Haushalt.
Eine ehrliche Faustregel: Homeoffice, Teilzeit oder ein Zweitwagen machen Überschussladen wertvoll. Ein reiner Pendlerhaushalt holt die 14 Rappen nur am Wochenende, und dann gilt ohnehin der Spartarif.
Kapitel 5
Die Wallbox richtig wählen
Für das Einfamilienhaus ist die Antwort fast immer 11 Kilowatt. Nicht weil mehr unmöglich wäre, sondern weil mehr nichts bringt und Aufwand erzeugt.
Tabelle 3: 11 oder 22 Kilowatt
Merkmal
11 kW
22 kW
Beim Netzbetreiber
Anmeldung genügt
Bewilligung nötig, Ablehnung möglich
Nutzen im Alltag
Über Nacht immer voll
Meist kein Vorteil
Fahrzeugseite
Deckt fast alle Modelle ab
Nur wenige Autos nutzen es
Installation
Einfacher, günstiger
Stärkere Zuleitung, teurer
Kosten inklusive Montage
rund CHF 1'500 bis 3'500
deutlich darüber
Die meisten Elektroautos laden mit Wechselstrom ohnehin nur 11 Kilowatt, manche sogar nur 7.4. Eine 22-Kilowatt-Wallbox lädt ein solches Auto keine Minute schneller. Über Nacht sind mit 11 Kilowatt rund 90 Kilowattstunden möglich, deutlich mehr als jeder Pendlertag verbraucht.
Von der Haushaltssteckdose als Dauerlösung raten wir ab. Sie ist für kurze Spitzen ausgelegt, nicht für zehn Stunden Volllast. In älteren Installationen führt das zu überhitzten Klemmen. Als Nothilfe unterwegs ist das Ziegelkabel in Ordnung, in der eigenen Garage gehört eine fest installierte Wallbox mit eigenem Sicherungskreis hin.
Kapitel 6
Anmeldung, Förderung, Mietwohnung
Drei Formalien, die über Zeitplan und Budget entscheiden. Die letzte ist in einer Stadt wie Basel die häufigste Hürde überhaupt.
Anmeldung beim Netzbetreiber
Ab 3.6 Kilowatt besteht Meldepflicht. Bis 11 Kilowatt genügt die Anmeldung, die Ihr Elektroinstallateur über ein technisches Anschlussgesuch einreicht, und sie kann nicht abgelehnt werden. Über 11 Kilowatt braucht es zusätzlich eine Bewilligung, die der Netzbetreiber verweigern oder mit Auflagen versehen darf.
Förderung in Basel-Stadt
Der Kanton fördert über die Aktion Ladeinfrastruktur 60 Prozent der Kosten, maximal CHF 1'300 pro Ladepunkt in privaten Parkierungsanlagen und CHF 3'500 bei öffentlichem Zugang. Gefördert wird die Grundinstallation vom Hausanschluss bis zum Ladepunkt, nicht die Wallbox selbst. Das Programm zielt auf Parkierungsanlagen, für die einzelne Garage am Einfamilienhaus ist es in der Regel nicht gedacht. Prüfen Sie Ihren Fall vor Baubeginn.
Mietwohnung und Stockwerkeigentum
Als Mieterin brauchen Sie die Zustimmung der Vermieterschaft, im Stockwerkeigentum einen Beschluss der Gemeinschaft. Sinnvoll ist, nicht eine einzelne Wallbox zu beantragen, sondern die Grundinstallation für die ganze Tiefgarage. Genau darauf zielt die kantonale Förderung, und der zweite Interessent im Haus kommt später ohne Diskussion dazu.
Eine Basler Besonderheit am Rande: Ladestationen sind von der kantonalen Lenkungsabgabe befreit. Das ist einer der wenigen Fälle, in denen der teuerste Stromkanton der Schweiz einen Rabatt gewährt.
Kapitel 7
Häufige Fragen zum Laden zu Hause
Wie lässt sich ein Elektroauto zu Hause am günstigsten aufladen?
Am günstigsten mit eigenem Solarüberschuss, in Basel rechnerisch 14.0 Rp./kWh. Ohne eigene Anlage ist der Spartarif von IWB der grösste Hebel: 29.29 Rp./kWh werktags von 20 bis 6 Uhr und am Wochenende, gegenüber 37.91 Rappen im Einfachtarif. Dazu braucht es nur den Doppeltarif und eine Zeitsteuerung an der Wallbox.
Was kostet das Laden zu Hause pro Jahr?
Bei 15'000 Kilometern und 18 kWh je 100 Kilometer werden rund 2'970 Kilowattstunden ab Netz bezogen. Das ergibt in Basel je nach Tarif rund CHF 416 mit Solarüberschuss, CHF 870 im Spartarif, CHF 1'126 im Einfachtarif und CHF 1'173 im Normaltarif.
Lohnt sich der Wechsel auf den Doppeltarif?
In den meisten Haushalten ja. Der Spartarif liegt 8.62 Rappen unter dem Einfachtarif, der Normaltarif 1.59 Rappen darüber. Rechnet man beides gegeneinander, lohnt sich der Wechsel bereits, wenn mehr als rund 16 Prozent des Jahresverbrauchs in die Sparzeit fallen. Mit einem Elektroauto, das nachts lädt, ist diese Schwelle klar überschritten.
Reicht eine normale Steckdose zum Laden?
Für den Notfall ja, für den Alltag nein. Haushaltssteckdosen sind nicht für zehn Stunden Dauerlast ausgelegt, in älteren Installationen drohen überhitzte Klemmen. Wer regelmässig zu Hause lädt, braucht eine fest installierte Wallbox mit eigenem Sicherungskreis.
11 oder 22 Kilowatt?
Für das Einfamilienhaus fast immer 11 Kilowatt. Sie muss beim Netzbetreiber nur angemeldet werden und kann nicht abgelehnt werden, während über 11 Kilowatt eine Bewilligung nötig ist. Die meisten Elektroautos laden mit Wechselstrom ohnehin nur 11 Kilowatt, 22 bringen dann keine Minute.
Was kostet eine Wallbox inklusive Installation?
In der Schweiz liegen 11-Kilowatt-Anlagen inklusive Montage typischerweise bei CHF 1'500 bis 3'500. Den Ausschlag geben die Leitungslänge zum Sicherungskasten, der Zustand der Hausinstallation und Zusatzfunktionen wie Lastmanagement oder geeichter Zähler.
Brauche ich eine Bewilligung für die Wallbox?
Ab 3.6 Kilowatt besteht Meldepflicht beim Netzbetreiber. Bis 11 Kilowatt genügt die Anmeldung durch den Elektroinstallateur, darüber braucht es zusätzlich eine Bewilligung, die abgelehnt oder mit Auflagen versehen werden kann. Die Installation gehört in jedem Fall in die Hand einer konzessionierten Fachperson.
Funktioniert Solarüberschussladen auch für Pendler?
Nur eingeschränkt. Überschussladen setzt voraus, dass das Auto tagsüber zu Hause steht. Wer morgens wegfährt und abends zurückkommt, lädt in der dunklen Hälfte des Tages und nutzt sinnvollerweise den Spartarif. Am Wochenende funktioniert Überschussladen auch bei Pendlern.
Wallbox, Solaranlage oder beides?
Schicken Sie uns Ihre Stromrechnung, Ihre Jahreskilometer und ein Foto der Garage. Wir rechnen Ihnen durch, was der Tarifwechsel allein bringt und ab wann sich eine Solaranlage dazu lohnt. Kostenlos und unverbindlich.
Tarifangaben stammen aus dem IWB-Tarifblatt Strom 2026, inklusive Mehrwertsteuer, sowie aus dem IWB-Rückliefertarif für Photovoltaik. Angaben zu Anmeldung und Bewilligung folgen der schweizerischen Praxis der Netzbetreiber, verbindlich sind die Werkvorschriften Ihres Netzbetreibers. Förderangaben beziehen sich auf die Aktion Ladeinfrastruktur des Kantons Basel-Stadt. Verbrauchs-, Kosten- und Wallboxpreise sind Richtwerte und ersetzen keine Planung am konkreten Objekt.