Wirkungsgrad von Solarmodulen: was er misst und wann er zählt
Ein heute verbautes Modul mit 480 Watt auf knapp zwei Quadratmetern erreicht 24.0 Prozent. Die Serienspitze liegt 2026 bei 25.0 Prozent, der Marktdurchschnitt bei 22.7. Diese Zahlen sagen allerdings nur, wie viel Leistung auf die Fläche passt. Über den Jahresertrag entscheiden vier andere Werte im Datenblatt.
Wie hoch ist der Wirkungsgrad heutiger Solarmodule?
Heutige Standardmodule mit TOPCon-Zellen liegen bei 21 bis 23.5 Prozent, die Spitze der Serienfertigung erreicht 2026 genau 25.0 Prozent, und zwar mit Rückkontaktmodulen. Der mengengewichtete Marktdurchschnitt liegt laut Fraunhofer ISE bei 22.7 Prozent. Ältere PERC-Module kommen auf 19 bis 21 Prozent. Die Umrechnung ist einfach, weil der Wirkungsgrad bei Standardtestbedingungen den Watt je Quadratmeter geteilt durch zehn entspricht: Ein Modul mit 480 Watt auf knapp zwei Quadratmetern liefert 240 Watt je Quadratmeter und damit 24.0 Prozent. Entscheidend ist, dass der Wirkungsgrad nur bestimmt, wie viel Leistung auf eine gegebene Fläche passt. Bei ausreichend grossem Dach zählt der Preis je Watt mehr, und für den Jahresertrag sind Temperaturkoeffizient, Degradation und Systemverluste wichtiger.
Was der Wirkungsgrad misst
Der Modulwirkungsgrad gibt an, welcher Anteil der einfallenden Sonnenenergie zu elektrischer Leistung wird. Gemessen wird bei Standardtestbedingungen mit 1'000 Watt Einstrahlung je Quadratmeter, 25 Grad Zelltemperatur und einem festgelegten Lichtspektrum.
Daraus folgt eine Umrechnung, die man sich merken kann: Weil die Einstrahlung genau 1'000 Watt je Quadratmeter beträgt, entspricht der Wirkungsgrad in Prozent den Watt je Quadratmeter geteilt durch zehn. Ein Modul mit 480 Watt auf 1.998 Quadratmetern, also 1762 mal 1134 Millimetern, liefert 240 Watt je Quadratmeter und hat damit 24.0 Prozent Wirkungsgrad. Sie brauchen dazu kein Datenblatt, nur die Modulmasse.
| Technologie | Wirkungsgrad | Leistung auf 2.0 m2 |
|---|---|---|
| Dünnschicht | 12 bis 16 % | rund 240 bis 320 Wp |
| PERC, ältere Generation | 19 bis 21 % | rund 380 bis 420 Wp |
| TOPCon, heutige Volumenware | 22 bis 23.5 % | rund 440 bis 470 Wp |
| TOPCon und HJT, Spitzenmodelle | bis 24.8 % | rund 500 Wp |
| Rückkontakt, Serienspitze 2026 | bis 25.0 % | rund 500 Wp |
| Perowskit-Tandem, noch nicht käuflich | 29.2 % im Pilotmodul | 907 Wp auf 3.1 m2 |
Die Sprunghaftigkeit dieser Entwicklung wird gern übertrieben. Zwischen einem guten PERC-Modul von vor fünf Jahren und einem heutigen TOPCon-Modul liegen rund zwei Prozentpunkte, also etwa zehn Prozent mehr Leistung auf derselben Fläche. Der mengengewichtete Marktdurchschnitt liegt laut Fraunhofer ISE bei 22.7 Prozent, das ist das Modul, das tatsächlich auf den meisten Dächern landet. Die Serienspitze von 25.0 Prozent teilen sich 2026 nur drei Module, alle mit Rückkontaktzellen. Zwischen Standard und Spitze liegen damit gut zwei Prozentpunkte, meist zu einem deutlichen Aufpreis.
Wann er zählt und wann nicht
Der Wirkungsgrad ist eine Flächenwährung. Er sagt, wie viel Leistung auf einen Quadratmeter passt, und sonst nichts. Deshalb zählt er genau dann, wenn die Fläche knapp ist, und praktisch nicht, wenn sie es nicht ist.
Ein Rechenbeispiel. Auf 40 Quadratmetern nutzbarer Dachfläche ergeben 20 Prozent Wirkungsgrad rund 8.0 Kilowatt, 22 Prozent rund 8.8 Kilowatt und 24 Prozent rund 9.6 Kilowatt. Zwischen dem schwächsten und dem stärksten Modul liegen also 1.6 Kilowatt, was in der Schweiz etwa 1'500 Kilowattstunden im Jahr entspricht.
Passt Ihre gewünschte Anlagengrösse dagegen ohnehin aufs Dach, bringt ein höherer Wirkungsgrad exakt null zusätzliche Kilowattstunden. Sie kaufen dann dieselbe Leistung mit weniger Modulen, was die Montage leicht vergünstigt, den Aufpreis aber selten aufwiegt. In diesem Fall ist der Preis je Watt die bessere Vergleichsgrösse.
Faustregel fürs Gespräch mit dem Anbieter: Fragen Sie zuerst, wie viele Kilowatt auf Ihr Dach passen. Erst wenn die Antwort unter Ihrem Bedarf liegt, ist der Wirkungsgrad ein Kaufargument. Liegt sie darüber, vergleichen Sie Franken je Kilowatt und die Werte aus dem nächsten Kapitel.
Drei Zahlen zum Wirkungsgrad
Gerechnet für ein Dach mit 40 Quadratmetern nutzbarer Fläche und ein Modul mit 480 Watt auf knapp zwei Quadratmetern.
480 Watt auf 1.998 Quadratmetern ergeben 240 Watt je Quadratmeter. Geteilt durch zehn: 24.0 Prozent. Mehr Rechnung braucht es nicht.
Der Unterschied zwischen 20 und 24 Prozent auf 40 Quadratmetern. In der Schweiz rund 1'500 Kilowattstunden Mehrertrag im Jahr.
Passt Ihre gewünschte Anlagengrösse ohnehin aufs Dach, bringt ein höherer Wirkungsgrad keine einzige zusätzliche Kilowattstunde. Sie brauchen nur weniger Module.
Deshalb ist der Wirkungsgrad die am häufigsten falsch verwendete Kennzahl im Solargeschäft. Sie eignet sich hervorragend fürs Verkaufsgespräch, weil sie nach Fortschritt klingt, und sie beantwortet doch nur eine einzige Frage: Wie viel passt auf den Platz, den ich habe. Der Preis macht den Rest deutlich. Ein TOPCon-Modul mit 22 Prozent kostet derzeit rund einen Drittel dessen, was ein Rückkontaktmodul mit 25 Prozent kostet. Bei reichlich Dachfläche erzeugt das günstigere Modul über die Lebensdauer den billigeren Strom. Nur wenn die Fläche knapp ist, dreht sich die Rechnung.
Wirkungsgrad kauft Fläche, nicht Ertrag.
Vier Kennzahlen, die wichtiger sind
Diese vier Werte bestimmen, wie viele Kilowattstunden am Ende des Jahres tatsächlich auf dem Zähler stehen. Alle vier stehen im Datenblatt, und keiner davon steht in der Werbung.
Temperaturkoeffizient
Degradation und Leistungsgarantie
Schwachlichtverhalten
Systemwirkungsgrad statt Modulwirkungsgrad
Die aussagekräftigste Grösse für den Vergleich zweier Anlagen ist am Ende der spezifische Ertrag in Kilowattstunden je installiertem Kilowatt. In der Schweiz liegt er je nach Ausrichtung, Neigung und Standort bei rund 900 bis 1'100 Kilowattstunden. Diese Zahl berücksichtigt alles: Modul, Wechselrichter, Verschattung, Temperatur und Verkabelung.
Das Datenblatt richtig lesen
Sieben Zeilen, die Sie in jedem Moduldatenblatt finden, mit dem Bereich, den ein gutes Modul 2026 erreichen sollte.
| Kennzahl | Guter Bereich | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Modulwirkungsgrad | 22 bis 25 % | Bestimmt, wie viel Leistung auf die Fläche passt |
| Temperaturkoeffizient Pmax | minus 0.26 bis 0.30 %/K | Je kleiner, desto weniger Verlust im Sommer |
| Degradation im ersten Jahr | unter 1 % | Der erste Jahresverlust ist überproportional |
| Leistungsgarantie nach 25 bis 30 Jahren | 87 bis 92 % | Sagt mehr über Qualität als der Wirkungsgrad |
| Produktgarantie | 15 bis 25 Jahre | Deckt das Modul selbst, nicht nur die Leistung |
| Bifazialitätsfaktor | 70 bis 80 % | Nur relevant bei heller Unterlage |
| Hersteller-Bonität | Tier 1 nach BloombergNEF | Eine Garantie über 25 Jahre nützt nur, wenn es den Hersteller dann noch gibt |
Wenn ein Anbieter zwei Module vergleicht, verlangen Sie beide Datenblätter und legen Sie diese sechs Zeilen nebeneinander. In den meisten Fällen zeigt sich dann, dass die Unterschiede kleiner sind als der Preisunterschied, und in manchen Fällen genau umgekehrt.
Bifaziale Module, die auch rückseitig Licht aufnehmen, werden gern mit einem höheren Ertrag beworben. Der Zusatzertrag entsteht aber nur, wenn hinter dem Modul etwas Helles ist: ein weisses Flachdach, Kies, Schnee. Auf einem Schrägdach mit Ziegeln direkt unter den Modulen bringt Bifazialität praktisch nichts.
Häufige Fragen zum Wirkungsgrad
Wie hoch ist der Wirkungsgrad heutiger Solarmodule?
Die Volumenware mit TOPCon-Zellen erreicht 22 bis 23.5 Prozent. Der mengengewichtete Marktdurchschnitt liegt laut Fraunhofer ISE bei 22.7 Prozent. Die Serienspitze markieren 2026 Rückkontaktmodule mit genau 25.0 Prozent, dahinter folgen TOPCon- und HJT-Spitzenmodelle mit bis zu 24.8 Prozent. Ältere PERC-Module kommen auf 19 bis 21 Prozent. Ein 480-Watt-Modul auf knapp zwei Quadratmetern liegt bei 24.0 Prozent.
Soll ich auf Perowskit-Module warten?
Nein. Die Rekorde sind eindrücklich: LONGi meldete im Juli 2026 eine zertifizierte Perowskit-Silizium-Tandemzelle mit 35.5 Prozent, weit über der theoretischen Grenze von 33.7 Prozent für reines Silizium. Trinasolar zeigte im Juni 2026 ein geprüftes Tandemmodul in Industriegrösse mit 907 Watt und 29.2 Prozent. Kommerzielle Lieferungen erwartet der Hersteller aber erst für 2028 bis 2029. Für eine Kaufentscheidung heute spielt Tandem keine Rolle.
Wie rechne ich den Wirkungsgrad selbst aus?
Teilen Sie die Modulleistung durch die Modulfläche, das ergibt Watt je Quadratmeter. Diesen Wert durch zehn geteilt ergibt den Wirkungsgrad in Prozent. Beispiel: 480 Watt geteilt durch 1.998 Quadratmeter sind 240 Watt je Quadratmeter, also 24.0 Prozent. Die Rechnung funktioniert, weil bei Standardtestbedingungen genau 1'000 Watt je Quadratmeter eingestrahlt werden.
Bringt ein höherer Wirkungsgrad mehr Ertrag?
Nur wenn die Dachfläche knapp ist. Auf 40 Quadratmetern liegen zwischen 20 und 24 Prozent rund 1.6 Kilowatt Unterschied, also etwa 1'500 Kilowattstunden im Jahr. Passt Ihre gewünschte Anlagengrösse ohnehin aufs Dach, bringt ein höherer Wirkungsgrad keine zusätzliche Kilowattstunde, sondern nur weniger Module. Dazu kommt der Preis: Ein Rückkontaktmodul mit 25 Prozent kostet derzeit rund das Dreifache eines TOPCon-Moduls mit 22 Prozent, weil nur wenige Hersteller diese Zellen in Serie fertigen und die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Welche Kennzahl ist wichtiger als der Wirkungsgrad?
Vier Werte: der Temperaturkoeffizient, weil Module im Sommer heiss werden, die garantierte Restleistung nach 25 Jahren, das Schwachlichtverhalten und der Systemwirkungsgrad der ganzen Anlage. Für den Vergleich zweier Anlagen ist der spezifische Ertrag in Kilowattstunden je Kilowatt am aussagekräftigsten.
Was ist ein guter Temperaturkoeffizient?
Minus 0.26 bis minus 0.30 Prozent je Kelvin. Je kleiner der Betrag, desto weniger Leistung geht bei Hitze verloren. Moderne Module liegen bei minus 0.26 bis minus 0.29, ältere PERC-Module bei minus 0.35. Auf einem heissen Sommerdach wirkt sich das stärker aus als ein Prozentpunkt Wirkungsgrad.
Was bedeutet Degradation bei Solarmodulen?
Den Leistungsverlust durch Alterung. Im ersten Jahr ist er überproportional, danach gleichmässig gering. Massgebend ist die garantierte Restleistung nach 25 oder 30 Jahren, heute typischerweise 87 bis 92 Prozent. Achten Sie zusätzlich auf die Produktgarantie, die das Modul selbst abdeckt.
Lohnen sich bifaziale Module?
Nur bei heller Unterlage. Bifaziale Module nehmen auch rückseitig Licht auf, was einen Zusatzertrag bringt, wenn hinter dem Modul etwas Helles ist: ein weisses Flachdach, Kies oder Schnee. Auf einem Ziegeldach mit direkt darunterliegender Eindeckung bringt Bifazialität praktisch nichts.
Wie viel Ertrag bringt ein Kilowatt in der Schweiz?
Je nach Ausrichtung, Neigung und Standort rund 900 bis 1'100 Kilowattstunden im Jahr. Diese Zahl berücksichtigt bereits alle Verluste zwischen Modul und Zähler und ist deshalb die beste Grösse, um zwei Angebote zu vergleichen.
Ist Ihr Dach knapp oder gross genug?
Schicken Sie uns ein Foto Ihres Dachs und Ihren Jahresverbrauch. Wir sagen Ihnen, wie viele Kilowatt tatsächlich draufpassen und ob sich ein höherwertiges Modul bei Ihnen rechnet oder ob Sie besser den Preis je Watt vergleichen. Kostenlos und unverbindlich.
Thomas von Arx
Berater Energielösungen, Soltastic Basel GmbH
Aktualisiert am 9. September 2026. Wirkungsgrade, Temperaturkoeffizienten, Garantiewerte und Modulmasse sind Richtwerte marktgängiger Produkte im Jahr 2026 und unterscheiden sich je nach Hersteller und Serie; verbindlich ist das Datenblatt des angebotenen Moduls. Der mengengewichtete Marktdurchschnitt von 22.7 Prozent stammt aus dem Photovoltaics Report des Fraunhofer ISE. Die Serienspitze von 25.0 Prozent und die genannten Tandem-Rekorde geben den Stand vom Sommer 2026 wieder und ändern sich laufend. Der Wirkungsgrad bezieht sich auf Standardtestbedingungen mit 1'000 Watt Einstrahlung je Quadratmeter und 25 Grad Zelltemperatur. Ertragsangaben für die Schweiz sind Bandbreiten und hängen von Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Standort ab. Alle Rechenbeispiele ersetzen keine Planung am konkreten Objekt.