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Waldenburgertal

Stromkosten Arboldswil 2027: Der Hochtarif fällt weg

Die EBL senkt den Strompreis 2027 um 7.5 Prozent und schafft gleichzeitig ab, was Solaranlagen in Arboldswil bisher besonders lohnend machte: den Hochtarif. Ein Haushalt mit 4'500 Kilowattstunden zahlt neu rund CHF 1'359 statt CHF 1'469. Eine Solaranlage senkt das um rund CHF 1'115, mit gezielter Verbrauchssteuerung um CHF 1'536, deutlich weniger als der Vorsprung, den diese Steuerung 2026 noch brachte.

Kurz beantwortet

Was kostet Strom in Arboldswil 2027 und was ändert sich?

Arboldswil wird von der EBL versorgt. Per 1. Januar 2027 sinkt der Strompreis um 7.5 Prozent oder 2.26 Rappen, von 30.20 auf 27.94 Rappen ohne Mehrwertsteuer, rund 30.20 Rappen mit Steuer. Ein Haushalt mit 4'500 Kilowattstunden zahlt damit noch rund CHF 1'359 statt CHF 1'469 im Jahr. Wichtiger als die Senkung ist der Umbau der Tarifstruktur: Die EBL ersetzt den bisherigen Hoch- und Niedertarif durch einen einzigen Einfachtarif und führt für Kundinnen und Kunden mit Smart Meter neu eine Leistungskomponente ein, die sich an der höchsten bezogenen Leistung pro Monat orientiert. Bislang fiel in Arboldswil jede Produktionsstunde einer Solaranlage werktags in den teuren Hochtarif, was Eigenverbrauch besonders lohnend machte. Dieser Vorteil fällt 2027 weg. Eine 8-kWp-Anlage senkt die Rechnung ohne weitere Massnahmen um rund CHF 1'115, mit gezielter Verbrauchssteuerung um rund CHF 1'536, ein kleinerer Sprung als 2026.

Kapitel 1

Der Umbau: Einfachtarif statt Hoch- und Niedertarif

Zuständig ist die EBL, die Genossenschaft Elektra Baselland mit Sitz in Liestal. Sie versorgt das obere Baselbiet und damit auch die Nachbargemeinden Bubendorf, Ziefen, Titterten, Bennwil und Reigoldswil. Mit dem Tarifjahr 2027 baut die EBL ihre Tarifstruktur grundlegend um, nicht nur die Preise.

Tabelle 1: EBL-Gesamttarif für Haushalte, Referenzprofil H4
Position20262027
TarifstrukturHoch-/NiedertarifEinfachtarif
Gesamtpreis ohne MwSt.30.20 Rp./kWh27.94 Rp./kWh, minus 7.5 %
Gesamtpreis inkl. MwSt., gerundetrund 32.65 Rp./kWhrund 30.20 Rp./kWh
Jahresrechnung Haushalt, 4'500 kWh, ohne MwSt.CHF 1'359CHF 1'257
Jahresrechnung Kleinbetrieb, 53'000 kWh, ohne MwSt.CHF 12'892CHF 12'370, minus 4.0 %
Leistungskomponente für Smart-Meter-Kundschaftnicht vorhandenneu eingeführt

2026 war die Tarifzeit in Arboldswil ein Glücksfall für Solaranlagen: Der Hochtarif von 6 bis 21 Uhr an Werktagen deckte praktisch die gesamte Produktionszeit ab, jede selbst genutzte Kilowattstunde sparte 30.92 statt 23.82 Rappen. Diesen Unterschied gibt es 2027 nicht mehr. Die EBL führt für Energie und Netznutzung einen einzigen Einfachtarif ein, unabhängig von Tageszeit oder Wochentag. Gleichzeitig kommt für Kundinnen und Kunden mit Smart Meter eine Leistungskomponente dazu, die sich an der höchsten in einem Monat gemessenen Bezugsleistung orientiert, nicht nur an der bezogenen Menge.

Kapitel 2

Was Ihr Haushalt im Jahr zahlt

Gerechnet mit dem neuen Einfachtarif von rund 30.20 Rappen inklusive Mehrwertsteuer als durchschnittlichem Ansatz. Die neue Leistungskomponente für Smart-Meter-Kundschaft ist darin nicht enthalten, sie hängt von Ihrer individuellen Bezugsspitze ab und nicht nur vom Jahresverbrauch. Suchen Sie Ihren Verbrauch auf der letzten Stromrechnung.

Tabelle 2: Jahresrechnung in Arboldswil 2027 nach Verbrauch, Näherung ohne Leistungskomponente
HaushaltVerbrauchKosten im Jahr
Zwei Personen, Wohnung2'500 kWhrund CHF 755
Vier Personen, Einfamilienhaus4'500 kWhrund CHF 1'359
Haus mit Elektroboiler6'500 kWhrund CHF 1'963
Haus mit Wärmepumpe9'000 kWhrund CHF 2'718
Haus mit Wärmepumpe und Elektroauto12'000 kWhrund CHF 3'624

Ein Einfamilienhaus im Waldenburgertal liegt selten am unteren Ende dieser Tabelle. Sobald eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazukommt, verdoppelt sich der Verbrauch schnell, und mit ihm der Betrag, den eine eigene Anlage abfangen kann. Wer eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto der EBL zur Steuerung überlässt, profitiert zusätzlich von den Wahltarifen Therma und Clima mit tieferer Netznutzung.

Kapitel 3

Drei Zahlen zur Einsparung

Gerechnet für ein Einfamilienhaus mit 4'500 Kilowattstunden und einer 8-kWp-Anlage auf einem Süddach, zum neuen Einfachtarif 2027.

CHF 1'359Ihre Rechnung 2027

Ein Vierpersonenhaushalt mit 4'500 Kilowattstunden, zum neuen Einfachtarif inklusive Mehrwertsteuer. Rund 110 Franken weniger als 2026.

CHF 1'115Mit Anlage, ohne Zutun

Was eine 8-kWp-Anlage bringt, wenn Sie nichts an Ihren Gewohnheiten ändern. Rund ein Drittel des Ertrags wird selbst genutzt, der Rest eingespeist.

CHF 1'536Mit Verbrauchssteuerung

Dieselbe Anlage, wenn Sie Boiler, Waschmaschine und Auto in die Mittagsstunden legen und damit auf rund fünfundfünfzig Prozent Eigenverbrauch kommen.

Der Sprung von der zweiten zur dritten Zahl ist 2027 kleiner als er 2026 war, und das hat einen genauen Grund: den Einfachtarif. Bisher lohnte sich Verbrauchssteuerung in Arboldswil besonders, weil sie gezielt den teuren Hochtarif traf, 421 statt früher 570 Franken Unterschied. Der Hebel bleibt der günstigste im ganzen Projekt, er ist nur nicht mehr so gross wie vor der Tarifreform. Unverändert bleibt: Wer einspeist, bekommt wenig. Im Baselbiet gilt der Referenzmarktpreis mit gesetzlicher Mindestvergütung, nicht die kantonal garantierten 14 Rappen wie in Basel-Stadt.

Der Hochtarif ist weg. Der Eigenverbrauch zählt trotzdem am meisten.

Kapitel 4

Die Ersparnis Schritt für Schritt

So kommen die 1'115 und die 1'536 Franken zustande, gerechnet mit dem neuen Einfachtarif. Sie können die Rechnung mit Ihren eigenen Werten wiederholen, alles Nötige steht auf Ihrer Stromrechnung.

01

Der Ertrag der Anlage

Eine 8-kWp-Anlage auf einem Süddach liefert im Schweizer Mittelland rund 950 Kilowattstunden je Kilowatt Peak, also etwa 7'600 Kilowattstunden im Jahr. Bei Ost-West-Ausrichtung sind es rund 800 je Kilowatt.
02

Der Teil, den Sie selbst nutzen

Ohne weitere Massnahmen rund dreissig Prozent, also 2'280 Kilowattstunden. Diese sparen den neuen Einfachtarif von rund 30.20 Rappen inklusive Mehrwertsteuer, egal zu welcher Tageszeit Sie den Strom nutzen. Das ist der Unterschied zu 2026: Es gibt keinen Hochtarif mehr, den Sie gezielt treffen können.
03

Der Teil, den Sie einspeisen

Die übrigen 5'320 Kilowattstunden gehen ins Netz. Dafür gilt der vierteljährliche Referenzmarktpreis, abgesichert durch die Mindestvergütung von 6 Rappen, dazu bis zu 2 Rappen für den Herkunftsnachweis. Wir rechnen vorsichtig mit 8 Rappen.
04

Beides addiert

Rund 689 Franken gesparter Bezug plus rund 426 Franken Einspeisevergütung ergeben etwa 1'115 Franken im Jahr.
05

Und jetzt mit Steuerung

Legen Sie Boiler, Waschmaschine, Geschirrspüler und das Laden des Autos in die Mittagsstunden, steigt der Eigenverbrauch auf rund fünfundfünfzig Prozent. Aus 2'280 werden 4'180 selbst genutzte Kilowattstunden, aus 1'115 Franken werden rund 1'536. Der Sprung ist real, aber kleiner als 2026, weil jede Stunde jetzt gleich viel zählt statt nur die Mittagsstunden am Werktag.

Bei einer Investition von rund CHF 15'200 nach Einmalvergütung ergibt das eine Amortisation von rund vierzehn Jahren ohne und knapp zehn Jahren mit Verbrauchssteuerung, minim länger als 2026, weil die Steuerung nicht mehr denselben Tarifsprung trifft. Kommt bei einem bestehenden Gebäude der Steuerabzug dazu, sind es noch einmal deutlich weniger. Wer eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto der EBL zur Steuerung überlässt, sollte die Wahltarife Therma, Clima oder das neue Flexa parallel prüfen.

Kapitel 5

Was in Arboldswil dazukommt

Fünf Punkte, die hier anders liegen als in der Stadt. Drei sprechen weiterhin für eine Anlage, zwei sind ehrliche Nachteile, und einer ist neu seit 2027.

01

Neu: der Hochtarif-Vorteil ist weg

Bis 2026 fiel jede Produktionsstunde eines Werktags in den teuren Hochtarif, was Eigenverbrauch besonders lohnend machte. Mit dem Einfachtarif 2027 zählt jede Kilowattstunde gleich viel, unabhängig von der Uhrzeit. Der Eigenverbrauch bleibt trotzdem die wichtigste Stellschraube, nur ohne den früheren Zeitbonus.
02

Dafür: Grosse Dächer ohne Nachbarverschattung

Arboldswil ist ländlich geprägt, mit Bauernhäusern, Scheunen und freistehenden Einfamilienhäusern am Hang. Grosse zusammenhängende Flächen senken die Kosten je Kilowatt Peak spürbar, weil Gerüst, Anfahrt und Anmeldungen nur einmal anfallen.
03

Dafür: Der Verbrauch ist höher

Auf dem Land wird mehr gefahren und häufiger daheim geladen, und viele Häuser heizen mit Wärmepumpe oder haben einen Elektroboiler. Je höher der Verbrauch, desto mehr Strom können Sie selbst nutzen statt einzuspeisen.
04

Dagegen: Keine kantonal garantierte Vergütung

Anders als in Basel-Stadt, wo der Kanton 14 Rappen während zwölf Jahren vorschreibt, gilt im Baselbiet der vierteljährliche Referenzmarktpreis. Eingespeister Strom bringt deshalb wenig und ist nicht planbar.
05

Dagegen: Der Bezugspreis ist tiefer

Mit rund 30.20 statt 38.10 Rappen in Basel-Stadt zahlen Sie deutlich weniger als in der Stadt. Das ist im Alltag angenehm und für die Solarrechnung ein Nachteil, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde entsprechend weniger einspart.

Unter dem Strich bleibt Arboldswil ein guter Ort für eine Anlage, aber die Rechnung entsteht seit 2027 anders. Früher trug der Hochtarif einen Teil der Argumentation. Jetzt tragen die Dachflächen, der höhere ländliche Verbrauch und vor allem das, was Sie mit dem Strom anstellen, bevor er ins Netz geht.

Kapitel 6

Häufige Fragen zum Strom in Arboldswil

Wer ist der Stromversorger in Arboldswil?

Die EBL, die Genossenschaft Elektra Baselland mit Sitz in Liestal. Sie versorgt das obere Baselbiet und damit auch die Nachbargemeinden Bubendorf, Ziefen, Titterten, Bennwil und Reigoldswil.

Was kostet die Kilowattstunde in Arboldswil 2027?

Rund 27.94 Rappen ohne Mehrwertsteuer als Gesamtpreis, etwa 30.20 Rappen mit Steuer. Das sind 7.5 Prozent oder 2.26 Rappen weniger als 2026, als der Gesamtpreis noch bei 30.20 Rappen ohne Mehrwertsteuer lag. Die Angaben stammen aus der Medienmitteilung der EBL vom 31. August 2026.

Was ändert sich 2027 ausser dem Preis?

Die Tarifstruktur. Die EBL ersetzt den bisherigen Hoch- und Niedertarif durch einen einzigen Einfachtarif, der zu jeder Tageszeit gleich hoch ist. Gleichzeitig führt sie für Kundinnen und Kunden mit Smart Meter eine Leistungskomponente ein, die sich an der höchsten monatlichen Bezugsleistung orientiert, nicht nur an der bezogenen Menge. Neu gibt es zudem den Wahltarif Flexa für selbst steuerbare Grossverbraucher.

Warum war der Hochtarif für Solaranlagen so wichtig?

Weil er werktags von 6 bis 21 Uhr galt und damit praktisch die gesamte Produktionszeit einer Solaranlage abdeckte. Jede selbst genutzte Kilowattstunde sparte 2026 den höheren Hochtarif von 30.92 Rappen statt der 23.82 Rappen im Niedertarif. Mit dem Einfachtarif 2027 fällt dieser Bonus weg, jede Kilowattstunde spart nun denselben Ansatz.

Was zahlt ein Haushalt im Jahr?

Bei 4'500 Kilowattstunden rund CHF 1'359 inklusive Mehrwertsteuer, rund 110 Franken weniger als 2026. Bei 2'500 Kilowattstunden sind es rund CHF 755, bei einem Haus mit Wärmepumpe und 9'000 Kilowattstunden rund CHF 2'718. Die neue Leistungskomponente für Smart-Meter-Kundschaft ist darin nicht enthalten.

Wie viel spart eine Solaranlage in Arboldswil 2027?

Eine 8-kWp-Anlage bringt ohne weitere Massnahmen rund CHF 1'115 im Jahr. Wer den Verbrauch in die Mittagsstunden legt und den Eigenverbrauch auf rund fünfundfünfzig Prozent hebt, kommt auf etwa CHF 1'536. Der Unterschied beträgt noch rund 421 Franken, weniger als die 570 Franken von 2026, weil es keinen Hochtarif mehr gibt, den die Steuerung gezielt treffen kann.

Warum lohnt sich Eigenverbrauch trotzdem besonders?

Weil die Einspeisung wenig bringt. Im Baselbiet gilt der vierteljährliche Referenzmarktpreis mit einer Mindestvergütung von 6 Rappen, während Basel-Stadt kantonal 14 Rappen garantiert. Selbst genutzter Strom spart dagegen den vollen Einfachtarif von rund 30.20 Rappen, unabhängig von der Uhrzeit.

Was ist die neue Leistungskomponente?

Ein Bestandteil der Netznutzung, der ab 2027 für Kundinnen und Kunden mit Smart Meter zusätzlich zur bezogenen Energiemenge auch die höchste innerhalb eines Monats gemessene Bezugsleistung berücksichtigt. Wer seine Verbrauchsspitzen tief hält, etwa indem Boiler, Wallbox und Wärmepumpe nicht gleichzeitig laufen, kann damit sparen.

Wie lange dauert die Amortisation?

Bei rund CHF 15'200 Investition nach Einmalvergütung rund vierzehn Jahre ohne und knapp zehn Jahre mit Verbrauchssteuerung, minim länger als 2026. Mit dem Steuerabzug bei einem bestehenden Gebäude verkürzt sich beides deutlich.

Kann ich den Stromanbieter wechseln?

Als Haushalt nicht. Der freie Strommarkt beginnt in der Schweiz erst ab 100'000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Sie können aber die Stromqualität, den Wahltarif und mit einer eigenen Anlage die eingekaufte Menge beeinflussen.

Wir rechnen mit Ihrem Verbrauch

Die Zahlen auf dieser Seite gelten für einen Musterhaushalt. Ihre Rechnung hängt an Ihrem Dach und daran, wann Sie zu Hause sind. Nennen Sie uns Ihre Adresse und Ihren Jahresverbrauch, dann erfassen wir das Dach mit der Drohne und rechnen beide Varianten durch, mit und ohne Verbrauchssteuerung.

Ihr Ansprechpartner
Thomas von Arx, Berater Energielösungen bei Soltastic Basel

Thomas von Arx

Berater Energielösungen, Soltastic Basel GmbH

Transparenzhinweis und Quellen

Aktualisiert am 15. September 2026. Wir sind ein Solarbetrieb und verdienen an gebauten Anlagen. Die Angaben zur Tarifsenkung, zum neuen Einfachtarif, zur Leistungskomponente und zu den Wahltarifen stammen aus der Medienmitteilung der EBL vom 31. August 2026, die Zahlen für 4'500 respektive 53'000 Kilowattstunden sind dort als Beispielrechnung ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen. Werte mit Mehrwertsteuer sind von uns mit 8.1 Prozent gerechnet und gerundet. Die Jahresrechnung in Tabelle 2 ist eine Näherung mit dem gerundeten Einfachtarif als durchschnittlichem Ansatz; sie enthält die neue Leistungskomponente für Smart-Meter-Kundschaft nicht, da diese von der individuellen Bezugsspitze abhängt und nicht allein vom Jahresverbrauch. Die 2026er-Werte zu Hoch- und Niedertarif stammen aus dem bisherigen EBL-Preisblatt. Die Ersparnisrechnung beruht auf einer 8-kWp-Südanlage mit 950 Kilowattstunden je Kilowatt Peak, einem Eigenverbrauch von 30 beziehungsweise 55 Prozent und einer angenommenen Einspeisevergütung von 8 Rappen; der tatsächliche Referenzmarktpreis wird vierteljährlich rückwirkend publiziert und kann abweichen. Verbindlich sind das Preisblatt der EBL und eine Berechnung an Ihrem Objekt.