Wie läuft die Montage einer Photovoltaikanlage ab?
Die eigentliche Montage dauert ein bis drei Tage. Bei einem eingespielten Betrieb beginnt sie am Montag, und am Freitag fliesst der erste eigene Strom. Sie müssen dabei kaum anwesend sein, und es gibt genau drei Momente, in denen es doch auf Sie ankommt.
Wie läuft die Montage einer Photovoltaikanlage ab?
In der Regel in fünf Etappen innerhalb einer Woche. Zuerst steht das Gerüst, meist am Montag. Dann folgt die Unterkonstruktion mit Dachhaken und Schienen, das ist der zeitaufwendigste Teil. Danach werden die Module gesetzt und verkabelt, was vergleichsweise schnell geht. Anschliessend führt eine Leitung vom Dach zum Wechselrichter, der montiert und von einem vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat zugelassenen Betrieb angeschlossen wird. Zum Schluss wird jeder String einzeln gemessen, alles beschriftet und die Anlage in Betrieb genommen. Bei einem eingespielten Betrieb fliesst am Freitag der erste eigene Strom. Anwesend sein müssen Sie nur dreimal: bei der Anlieferung, beim Zugang zum Technikraum und bei der Inbetriebnahme mit Instruktion. Voraussetzung für diese Woche ist, dass die Meldung bei der Gemeinde, das Anschlussgesuch beim Netzbetreiber und ein allfälliges kantonales Fördergesuch vorher erledigt sind.
Die fünf Etappen der Montage
So läuft eine Aufdachmontage auf einem Schrägdach ab, dem häufigsten Fall. Bei Flachdach und Indach unterscheidet sich vor allem die zweite Etappe.
Gerüst, meist am Montag
Unterkonstruktion, der längste Teil
Module setzen und verkabeln
Wechselrichter und Anschluss
Messung, Beschriftung, Übergabe
Auffällig ist die Verteilung: Die Module selbst, also das, was man am Ende sieht, brauchen den kleinsten Teil der Zeit. Der Aufwand steckt in der Unterkonstruktion und in der Elektroarbeit, und genau diese beiden Positionen machen auch den grössten Teil der Rechnung aus.
Was Sie vorher vorbereiten
Sieben Dinge, die vor der Montage erledigt sein sollten. Keines davon dauert lang, jedes einzelne kann sonst einen halben Tag oder im Fall des Fördergesuchs mehrere tausend Franken kosten.
| Was | Warum |
|---|---|
| Meldung und Gesuche prüfen | Die Meldung bei der Gemeinde gehört in der Regel dreissig Tage vor Baubeginn eingereicht, das Anschlussgesuch beim Netzbetreiber ebenfalls vorher. Und falls Ihr Kanton oder Ihre Gemeinde einen Beitrag zahlt: Dieses Gesuch verlangt fast immer, dass noch nicht gebaut wurde. Wer hier zu spät ist, verliert den Beitrag unwiederbringlich. |
| Zufahrt und Stellfläche freihalten | Gerüstbauer und Monteure liefern Material an. Autos, Velos und Container in der Zufahrt kosten Zeit, bevor überhaupt jemand aufs Dach steigt. |
| Zugang zum Technikraum sicherstellen | Wechselrichter und Verteiler sind meist im Keller. Der Raum sollte zugänglich und vor dem Verteiler geräumt sein. |
| Nachbarschaft informieren | Gerüst, Anlieferung und Lärm betreffen auch nebenan. Ein kurzer Hinweis vorher erspart Diskussionen während der Arbeit. |
| Reserveziegel bereitlegen | Beim Setzen der Dachhaken kann ein Ziegel brechen. Zehn bis zwanzig passende Ziegel im Haus verhindern eine Baustellenunterbrechung. |
| Netzwerkanschluss vorbereiten | Der Wechselrichter braucht für die Überwachung eine Verbindung. LAN ist stabiler als WLAN, gerade im Keller. |
| Haustiere und Kinder einplanen | Während der Montage liegt Material im Aussenbereich, das Gerüst ist für Kinder verlockend. Das lässt sich mit etwas Planung entschärfen. |
Ein guter Betrieb schickt Ihnen diese Liste unaufgefordert, zusammen mit dem Termin. Kommt nichts, fragen Sie danach. Das ist auch ein Hinweis darauf, wie eingespielt die Abläufe sind.
Zu den bauseitigen Leistungen: Reserveziegel, ein Netzwerkanschluss beim Wechselrichterstandort und allfällige Grabarbeiten stehen in vielen Offerten mit 0.00 Franken. Das heisst nicht gratis, sondern Ihre Aufgabe. Klären Sie spätestens eine Woche vorher, was davon bei Ihnen ansteht.
Drei Zahlen zur Bauwoche
Richtwerte für eine Anlage von 8 bis 12 Kilowatt Peak auf einem normalen Schrägdach ohne Komplikationen, bei einem Betrieb mit eingespielten Abläufen.
Zwei bis vier Personen, je nach Grösse und Zugänglichkeit. Der Rest der Woche geht in Gerüst, Elektroanschluss, Messung und Inbetriebnahme.
Anlieferung, Zugang zum Technikraum, Inbetriebnahme mit Instruktion. Dazwischen müssen Sie nicht zu Hause sein.
Montag steht das Gerüst, Freitag fliesst der erste eigene Strom. Das setzt voraus, dass Anschlussgesuch und Meldung vorher erledigt sind und der Betrieb die Elektroarbeit selbst ausführt.
Dass zwischen Gerüstaufbau und erstem eigenem Strom nur eine Woche liegt, überrascht viele. Möglich ist das aber nur, wenn die Vorarbeit stimmt: Anschlussgesuch beim Netzbetreiber, Meldung bei der Gemeinde und ein allfälliges kantonales Fördergesuch müssen längst durch sein, das Material vollständig geliefert und die Elektroarbeit im selben Haus organisiert. Die Wartezeit eines Solarprojekts liegt nicht in der Bauwoche, sondern in den drei bis sechs Monaten davor.
Die Wartezeit liegt vor der Baustelle, nicht auf ihr.
Wann Sie anwesend sein müssen
Die häufigste Frage vor der Montage, und die Antwort fällt entspannter aus als erwartet. Sie brauchen keine drei Tage Ferien.
Bei der Anlieferung am Morgen
Beim Zugang zum Technikraum
Bei der Inbetriebnahme und Instruktion
Alles dazwischen läuft ohne Sie. Vereinbaren Sie für den Rest eine Erreichbarkeit per Telefon und klären Sie, wer einen Schlüssel hat oder wie der Zugang sonst geregelt ist. Bei mehrtägigen Montagen bleibt das Material über Nacht auf dem Gerüst oder im Aussenbereich, das gehört vorher besprochen.
Was die Montage verzögert
Fünf Gründe, aus denen aus einem Tag zwei werden. Vier davon lassen sich vorher erkennen, einer nicht.
Der Verteiler ist voll
Das Dach ist anders als angenommen
Material fehlt oder passt nicht
Der Zugang ist blockiert
Das Wetter
Der einzige Grund, den niemand steuern kann, ist das Wetter. Bei Regen, Sturm oder Frost wird auf dem Dach nicht gearbeitet, das ist eine Sicherheitsfrage und keine Bequemlichkeit. Rechnen Sie im Herbst und Winter mit der Möglichkeit einer Verschiebung und fragen Sie, wie der Betrieb damit umgeht.
Häufige Fragen zur Montage
Wie lange dauert die Montage einer Photovoltaikanlage?
Ein bis drei Tage für eine Anlage von 8 bis 12 Kilowatt Peak, mit zwei bis vier Personen. Bei einem eingespielten Betrieb dauert die ganze Bauwoche von Montag bis Freitag: Gerüst, Unterkonstruktion, Module, Elektroanschluss, Messung und Inbetriebnahme. Am Freitag fliesst der erste eigene Strom.
Muss ich während der Montage zu Hause sein?
Nur dreimal: bei der Anlieferung am Morgen, beim Zugang zum Technikraum für den Wechselrichter und bei der Inbetriebnahme mit Instruktion. Dazwischen genügt telefonische Erreichbarkeit, sofern der Zugang geregelt ist.
Was muss ich vorher vorbereiten?
Zufahrt und Stellfläche freihalten, Zugang zum Technikraum sicherstellen, Nachbarschaft informieren, Reserveziegel bereitlegen und einen Netzwerkanschluss beim Wechselrichterstandort vorsehen. Klären Sie ausserdem, welche bauseitigen Leistungen in Ihrer Offerte stehen. Und prüfen Sie rechtzeitig die Gesuche: Meldung bei der Gemeinde in der Regel dreissig Tage vorher, Anschlussgesuch beim Netzbetreiber ebenfalls, und ein allfälliges kantonales Fördergesuch zwingend vor Baubeginn.
Wer darf die Elektroarbeiten ausführen?
Nur ein vom Eidgenössischen Starkstrominspektorat ESTI zugelassener Elektrobetrieb. Er schliesst den Wechselrichter an, erstellt den Sicherheitsnachweis und meldet die Anlage beim Netzbetreiber an. Der Dachmonteur setzt Unterkonstruktion und Module, die Arbeit am Verteiler ist davon getrennt. Wer diese Arbeiten von einem nicht zugelassenen Betrieb ausführen lässt, riskiert im Schadenfall den Versicherungsschutz.
Wird das Dach beim Bohren undicht?
Bei fachgerechter Montage nicht. Auf einem Ziegeldach werden die Dachhaken an den Sparren befestigt und die Ziegel darauf wieder eingesetzt, ohne Durchdringung der Deckung. Die Dachdurchführung für die Leitung wird eigens abgedichtet.
Was passiert bei schlechtem Wetter?
Bei Regen, starkem Wind, Frost oder Schnee wird auf dem Dach nicht gearbeitet, aus Sicherheitsgründen. Der Termin wird verschoben. Fragen Sie vorher, wie schnell ein Ersatztermin möglich ist und ob das Gerüst in der Zwischenzeit stehen bleibt.
Kann ich während der Montage im Haus bleiben?
Ja. Es wird laut, vor allem beim Setzen der Unterkonstruktion, und für den Anschluss wird der Strom kurzzeitig abgestellt. Wer im Homeoffice arbeitet, sollte diesen Unterbruch einplanen und wichtige Termine auf einen anderen Tag legen.
Wann liefert die Anlage den ersten Strom?
Bei einem eingespielten Betrieb noch in derselben Woche, in der die Montage beginnt. Voraussetzung ist, dass Anschlussgesuch, Meldung und ein allfälliges Fördergesuch vorher erledigt sind. Nach der Inbetriebnahme folgen noch die unabhängige Abnahmekontrolle und die Anmeldung der Einmalvergütung bei Pronovo, die bei Anlagen unter 100 kW erst jetzt möglich ist. Beides läuft ohne Ihr Zutun und hält die Anlage nicht auf.
Wer haftet, wenn beim Bau etwas beschädigt wird?
Der ausführende Betrieb über seine Betriebshaftpflicht. Halten Sie den Zustand vor Baubeginn mit ein paar Fotos fest, insbesondere Fassade, Vorplatz und Dachrand. Das erspart im seltenen Fall eines Schadens jede Diskussion.
Wie läuft es bei Ihnen ab?
Jedes Dach bringt eigene Bedingungen mit: Zugang, Eindeckung, Platz im Verteiler. Beim Dachcheck sehen wir, was bei Ihnen zu erwarten ist, und sagen Ihnen, mit wie vielen Tagen Sie rechnen müssen. Kostenlos und unverbindlich.
Thomas von Arx
Berater Energielösungen, Soltastic Basel GmbH
Aktualisiert am 9. September 2026. Der beschriebene Ablauf gilt für eine Aufdachmontage auf einem Schrägdach, dem häufigsten Fall in der Nordwestschweiz. Bei Flachdach, Indach, Fassade und grösseren Anlagen unterscheiden sich Reihenfolge und Dauer. Zeitangaben sind Erfahrungswerte für Anlagen von 8 bis 12 Kilowatt Peak ohne Komplikationen und hängen von Zugänglichkeit, Eindeckung und Zustand der Hausinstallation ab. Angaben zu Meldefristen und Bewilligung folgen Artikel 18a des Raumplanungsgesetzes und der kantonalen Praxis; zuständig für Ihren Fall ist Ihre Gemeinde. Die Dauer bis zur Freigabe richtet sich nach Ihrem Netzbetreiber und dessen Auftragslage. Verbindlich sind die Terminzusagen im Werkvertrag.